Québec

Die Provinz Québec ist in einer Hinsicht wie Bayern: Sie ist die Provinz der Extrawürste. Historisch bedingt ist sie sehr französisch geprägt, was sich auch in der Sprache niederschlägt. Bei der letzten Befragung gaben nur 40 % der Bevölkerung an, neben Französisch auch Englisch fließend sprechen zu können. Und das merkt man auch, wenn man in Québec City unterwegs ist; zum Teil sprechen die Leute wirklich nur Französisch und verweigern das Englisch. Also ganz wie in Frankreich 🙂 Nicht nur einmal hat die Provinz die Unabhängigkeit von Kanada gefordert und das letzte Referendum ging auch nur sehr knapp dagegen aus.  Die Gesetze in Québec sehen zum Beispiel wohl auch vor, dass die Hauptkorrespondenzsprache Französisch sein muss, sodass die Bank of Montreal unter anderem deswegen aus Montreal weg gezogen ist und nun in Toronto, Ontario sitzt. 

Québec City ist auf jeden Fall eine sehr schöne und sehenswerte Stadt. Wenn man es nicht wüsste, würde man tatsächlich meinen, nicht in Nordamerika, sondern in Frankreich zu sein. 

Das Stadtbild prägt das Fairmont Le Château Frontenac Hotel, das vermutlich jeder schon einmal auf Bildern gesehen hat. Es ist wahnsinnig groß und pompös. Daneben hat Québec City aber auch anderes Schönes zu bieten.

Es ist eine recht grüne Stadt mit schönen Spazierwegen am St. Lawrence Strom entlang. Leider war es sehr windig, als wir dort waren, sodass ein kleines dominikanisches Cafe unsere Rettung war. Dort haben wir erstmal deren WLAN für den Monat aufgebraucht bis wir wieder aufgetaut waren. Lustig ist, dass viele Kanadier auch bei gefühlten 3 Grad rumlaufen, als wäre es Hochsommer. Vermutlich sind die einfach Schlimmeres gewöhnt. 

Wir haben uns entschieden, eine Nacht in Québec zu bleiben und standen mitten in der Stadt auf einem einfachen, aber ruhigen Parkplatz. Und abends haben wir noch ein richtig cooles Restaurant aufgetan, in dem alles auch nur 5,95 gekostet hat, sodass trotz Travelerbudget auch noch die Brownies mit Vanilleeis drin waren!

Im Anschluss sind wir dann nach Montreal gefahren. Wir haben es uns recht schwer vorgestellt, in den Städten gute Schlafplätze zu finden, aber auch in Montreal war das unbegründet. An einem Parkplatz am Old Port, dem alten Hafen, der zu einer Flaniermeile umgestaltet wurde, wurden wir fündig und haben dort einen ruhigen und sogar schönen Stellplatz gefunden. Zwar steht häufig an öffentlichen Parkplätzen, dass Camper nicht erlaubt sind, aber das wird nicht so wirklich durchgesetzt. 

Wir haben uns gleich Räder geliehen und sind ein bisschen durch die Stadt gefahren, die wie eine Mischung aus Frankreich und Kanada wirkt. Es gibt ein Old Town, das man so (wenn auch größer) in Europa finden könnte und auch ein Downtown mit hohen Wolkenkratzern und Verkehrschaos. 

Das endlich gute Wetter haben wir ausgenutzt und sind auf den Mont Royal gegangen. Der Hügel liegt mitten in der Stadt, der er seinen Namen gab und ermöglicht wunderschöne Weitblicke. 

Unser Highlight ist der Montrealer Notre Dame, die im Inneren die wohl schönste Kirche, die wir je gesehen haben. Die Kuppel erstrahlt in leuchtendem Blau und ist einfach prachtvoll. Das ist wirklich unser Must See für Montreal! 

Montreal hat mit einer Gesamtfläche von fast 300.000 Quadratmetern (was sicher ein paar Fußballfeldern entspricht) die weltweit größte Untergrundstadt. Viele Gebäude haben im Untergrund eine andere Funktion und sind unterirdisch verbunden. Was ziemlich cool klingt ist eigentlich ziemlich langweilig: Es wirkt wie ein nicht enden wollendes System aus U-Bahngeschäften, die sich auch noch andauernd wiederholen. Wenn man bedenkt, wie kalt es hier werden kann, macht es aber Sinn, dass es im Winter nützlich ist, auch mal nicht an die frische Luft zu müssen. 

Wir mussten nicht an die frische Luft, sondern mal wieder unter Wasser. In den Städten ist es gar nicht so einfach, mit unserer Außendusche zu duschen. Deshalb haben wir ein kommunales Schwimmbad in Montreal aufgetan, das sehr merkwürdige Öffnungszeiten und eine unglaubliche Anzahl an Bademeistern hat (auf zwei Besucher kommt in etwa ein Bademeister), aber kostenlos ist und vor allem Duschen hat. Also haben wir mit den Montrealer Rentnern ein bisschen im Schwimmbecken gedümpelt, bevor wir endlich mal wieder duschen konnten. 

  1. Wow ist das wieder ein toller Bericht. Ich freu mich schon jede Woche darauf und bin schon immer sehr gespannt was ihr wieder berichtet. Es ist toll geschrieben. Man bekommt somit mit, was ihr alles erlebt.

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