Alberta

Auf unserem Weg nach Westen haben wir uns entschieden, noch Halt im Dinosaur Provincial Park in Alberta zu machen. Versprochen war eine zerklüftete Canyonlandschaft, was man sich weder in mitten der ganzen Weizenfelder, noch in der grünen Hügellandschaft der Cypress Hills vorstellen konnte. Mitten im Nichts führte die Straße dann aber auf einen kleinen Hügel und dahinter fiel der Boden nach unten in einen weiten Canyon mit surrealen Steinformationen. In einer kleinen grünen Oase am Rande der Wüstenlandschaft haben wir dann einen schönen Stellplatz gefunden und erst einmal einen Pausetag mit Hängematte eingelegt.

Im Anschluss daran haben wir uns auf in die letzte Großstadt für lange Zeit gemacht. Calgary, die Ölhauptstadt Kanadas, begrüßte uns mit einem köstlichen Essen in einem Saloon-Restaurant (Danke an Mama und Franz für die Empfehlung). Am nächsten Tag sind wir dann noch ein bisschen durch die Stadt geschlendert und haben unsere Vorräte gefüllt, um nicht in den Nationalparksupermärkten ein Vermögen ausgeben zu müssen (Danke an Mama und Franz für den Tipp). 

Angekommen im Banff Nationalpark sind wir dann – wie der gute Tourist es nun einmal tut – in das Visitor Center, um Wanderempfehlungen abzufragen. Die Gute hat uns dann den einzigen Hügel im ganzen Park als Wanderdestination empfohlen, den halb China mit der Seilbahn erklimmt. Als wir den wegen Überfüllung geschlossenen Parkplatz gesehen haben, sind wir die Flucht nach weiter oben angetreten und haben uns für eine exponiertere Wanderung an einem anderen Berg entschieden, um den Touristenmassen zu entkommen. Hier haben wir dann tatsächlich auch nur 2 andere Menschen getroffen, aber viel wichtiger: unseren ersten Bären! Er war nur ca. 25 Meter von uns entfernt, hatte aber selber viel mehr Angst vor uns als wir vor ihm, und so war er auch schnell wieder weg. 

Andere Bären sind schon viel weniger scheu, so haben wir am Tag darauf einen auf unserem Campground entdeckt, der gemütlich bei den Toilettenhäuschen graste. 

Die angedachte Wanderung zum Mount Rundle als wortwörtlichen Höhepunkt des Banff Nationalparks hatte sich erledigt, als wir morgens unser Rollo runtergezogen haben und 10 Zentimeter Neuschnee am Campground lagen. Wir haben den Wintertag dann genutzt, um den Kootenay Nationalpark mit dem Auto zu erkunden und haben den Marble Canyon im glitzernden Schnee angeschaut. 

Da das Touriprogramm in den Nationalparks noch nicht durch war, haben wir uns eine neue Strategie zur Massenvermeidung überlegt. Entweder früher, später, oder höher als die anderen:

Nicht nur, dass abends weniger los ist, das Feierabendbier schmeckt am Moraine Lake auch noch besser als am Campground. 

Den Lake Louise haben wir von oben bewundert, die Farbe, die durch Sedimentreste im Gletscherwasser entsteht, ist wirklich wunderschön!

Bevor wir uns weiter Richtung Norden aufgemacht haben, sind wir noch in den Yoho Nationalpark und hatten das Glück, dass die Zufahrtsstraße zum Yoho Lake wegen Schnees noch gesperrt war, sodass wir von hinten zum See wandern konnte und fast alleine waren. Kurz außerhalb des Yoho Nationalparks haben wir einen wunderschönen Stellplatz gefunden, der mitten im Wald vor einer offenen Schneise den Blick auf die darunterliegenden Wapta Falls auftat. 

Die Gletscher am Icefield Parkway, als letztes Must See auf der Nationalparkroute, haben wir ebenso von einer Wanderung aus angesehen, hier war man nicht nur allein, sondern hatte tatsächlich einen viel besseren Blick. Die pure Ironie lief weiter unten ab: Neben den Schildern, die zur Reduzierung des eigenen ökologischen Fußabdrucks aufrufen, fahren von morgens bis abends 9 vollgepresste Touribusse mit mannshohen Reifen auf die Gletscherzunge. Für schlappe 150 Dollar wäre man dabei..

Unser Fazit nach 10 Tagen Nationalparks: Landschaftlich jagt ein Highlight das andere. Es ist wirklich faszinierend, wie so viel Schönheit in so engem Raum beeinander liegen kann. Dennoch sind wir wegen der Überfüllung (und es ist noch nicht einmal Hauptsaison) auch froh, wieder raus zu sein. Der menschenleere Yukon wird uns sicher mit einsamen Lagerfeuern entschädigen. 

PS: Wir haben jetzt eine große Axt.

2 Antworten auf “Alberta”

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