British Columbia

British Columbia begann für uns so wie Alaska geendet hat: Mit einem Gletscher. Der Salmongletscher liegt recht versteckt im Norden BCs,hinter einer kleinen Alaska Exklave, doch wenn man es die schier nicht enden wollende Gravelroad mal hoch geschafft hat, dann liegt er einem zu Füßen. Am nächsten Morgen haben wir den in der Gegend bekannten „Bear Man“ kennengelernt. Oben am Viewpoint des Gletschers verbringt er seit über 30 Jahren den Sommer. Von der Landschaft besessen lebt er dort mehrere Monate in seinem Kombi (!) und verkauft selbstgeschriebene Bärenbücher, Postkarten mit selbstgeschossenen Bärenfotos und selbstgedrehte Bärendvds. Wir sind jetzt stolze Besitzer von 3 Bärenpostkarten. 

Als Camper in BC hat man recht häufig die Gelegenheit, auf staatlichen Rec-Plätzen übernachten zu können. Das sind kostenlose, einfache und oft sehr schöne Campgrounds, die der Feuerwehr in Waldbrandzeiten als Stützpunkte dienen. Wenn es aber nicht brennt, freut sich der Camper gleich doppelt. 

Auf so einem Platz haben wir Denise und Gerry, ein sehr nettes Ehepaar aus dem Okanagan Valley kennengelernt. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden und die beiden haben uns spontan für die nächsten Nächte zu sich nach hause eingeladen. 

Das Gute an einer etwas längeren Reisezeit ist, dass man ebenso spontan doch noch ein paar Tage an einen Ort fahren kann, den man eigentlich nicht auf dem Plan hatte. Und – im Nachhinein betrachtet – wäre der Eindruck von BC auch nicht vollständig, ohne in dieser südlichen Gegend gewesen zu sein. So anders ist es hier als im Rest der Provinz. Das Klima ist völlig anders, sodass hier überall Obst und Wein angebaut wird. Es kam uns vor wie ein Stückchen Italien in Kanada. 

Denise und Gerry haben keine Mühen gescheut und sich für uns – eigentlich wildfremde Leute – 3 Tage Zeit genommen, uns bekocht und uns die Gegend gezeigt. Wir waren bei einer Weinprobe, Baden im Okanagan Lake, haben uns Vernon angesehen und sind am Kalamalka Lake radeln gewesen. Sie haben auch nach dem 1000. „Danke“ unsererseits immer wieder betont, dass sie ihr Okanagan Valley einfach so schön finden, dass es ihnen großen Spaß macht, auch andere für die Region zu begeistern. 

Nach 2 Nächten mussten wir uns dann aber – mit Denise‘ Blueberry Scones und Okanagan Kirschen im Gepäck – aufmachen zum nächsten Highlight. 

In Vancouver waren wir mit Franz‘ Sohn Markus zu einer Airshow verabredet. Am Flugplatz, an dem er unterrichtet haben die Snowbirds, die Flugakrobaten der kanadischen Airforce, Saltos geschlagen und Ahornblätter in den Himmel gezaubert.

Das eigentliche Highlight folgte aber am nächsten Tag, als wir mit dem Markus selbst in den Flieger gestiegen sind. Nicht nur, dass ein Rundflug über Vancouver für sich bereits Wahnsinn gewesen wäre, der Markus hat dem Flori als wir in der Luft waren das Steuer überlassen und so hat er uns über Vancouver Downtown geflogen. Markus‘ Flugkünste haben wir dann aber auch noch erleben dürfen als er uns in solchen Steilkurven zurückgebracht hat, dass wir laut lachend nur noch abwechselnd Meer und Himmel aus den Fenstern gesehen haben. 

Insgesamt hat uns Vancouver so gut gefallen, dass wir am Ende ganze 5 Nächte geblieben sind. (Bislang waren wir maximal 2 Nächte am Stück am gleichen Stellplatz.) Nach knapp drei Monaten haben wir es sehr genossen mal nicht weiter zu fahren und sich keine Gedanken um die Stellplatzsuche machen zu müssen. Vancouver ist eine wahnsinnig lebenswerte Stadt und mit unseren Rädern (wir haben jetzt Räder) konnten wir die Stadt ideal erkunden. 

Als letzte Kanadastation auf unserer Reise haben wir uns letztlich noch nach Vancouver Island aufgemacht. Es ist leichter ein Auto nach Vancouver Island zu schiffen als in München das richtige MVV-Ticket zu finden uns so konnten wir spontan an den Fährhafen fahren und waren auch sofort auf dem Wasser.

Vancouver Island hat uns gut gefallen, wobei wir gedacht hätten, dass es ursprünglicher sei als es tatsächlich ist. Aber mit etwas Hatscherei findet man auch hier noch Ecken, die man quasi alleine entdecken kann. 

In Tofino hat sich der Flori trotz Regen und einer Temperatur von ca. 12 Grad das erste Mal seit Reisebeginn aufs Surfbrett geschwungen. Und er war nicht alleine..tatsächlich war direkt neben ihm Justin Trudeau im Wasser und hat die Sommerpause genossen. 

Ps: Wir haben einen Ölfilter gefunden. Ölfilter sind standardisierter als Luftfilter. 

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