Washington & Oregon

Da wir in Vancouver ja schon waren haben wir uns entschieden, mit der Fähre von Vancouver Island gleich auf die olympische Halbinsel in Washington überzusetzen. Hier hält sich der Nebel wohl oft tagelang so hartnäckig, dass der Reiseführer dringend zu einem Plan B rät. Wir hatten aber Glück und das Wetter war sehr gut. Die Halbinsel kam uns vor wie das amerikanische Pendant zu Vancouver Island, hat jedoch mehr Berg und auch mehr Strand. Die Strände, voller Treibholz, mit vorgelagerten Steinen und etwas düsterem Nebel, sind kilometerlang, sodass sogar mehrtägige Wanderungen dort entlangführen. Nur wenn die Brandung zu nah ist führt der Weg steil mit Seilen gesichert in den dichten Regenwald. 

Seattle ist uns im Gedächtnis geblieben als die Amazon-Stadt. Viele große Unternehmen wie Microsoft, Starbucks und eben Amazon wurden hier gegründet. Amazon hat mitten in der Stadt faktisch einen eigenen Block, indem man die Arbeitswelt der Zukunft beobachten kann. Vor den Gebäuden gibt es Pausenlandschaften mit Sitzsäcken und einem Doggiepark. In der Pause treffen sich die Arbeitnehmer mit ihren Hunden, die tagsüber beim Hundesitter sind. Direkt hier ist auch der erste Amazon Go Laden. Wenn man hineingeht, checkt man über die eigene App ein, nimmt sich, was man gerne hätte und verlässt den Laden ohne seinen Einkauf scannen oder aktiv zahlen zu müssen. Der Laden erkennt, was du dir genommen hast und belastet einfach das im Amazon Konto hinterlegte Zahlungsmittel. Lukrativ kann das allerdings noch nicht sein: Die Decke des Geschäfts ist über und über voll mit Kameras und Sensoren. Ein cooler Imageeffekt bleibt aber sicher. 

Von Seattle sind wir zum Mount Rainier Nationalpark und dort auf den Goat Island Mountain über einen nicht markierten Weg. Allgemein haben wir in Nordamerika die Erfahrung gemacht, dass leichte Wanderungen oft so ausgebaut sind, dass man das Unterfangen problemlos auch mit einem Kutschengespannt meistern könnte, sobald es aber schwierigere Wanderungen sind, fehlt nicht nur ein Weg, sondern auch jegliche Kennzeichnung. Mit Glück gibts einen feinen Trampelpfad. Möglicherweise ist das Bergsteigen bei uns einfach verbreiteter, sodass sich die Wegemarkierung lohnt, oder die Idee hier einfach eine andere: Wer eine längere, anspruchsvollere Wanderung machen will, der sucht wohl oft den Reiz der Natur, den er dann auch bekommt. Weil Rundwege viel abwechslungsreicher sind und der Hinweg ja sowieso nicht vor Markierung gestrotzt hat, sind wir runter mit Hilfe einer topografischen Karte querfeldein gewandert und am Ende auch tatsächlich wieder unten angekommen. 

Da wir Lust auf Meer hatten, haben wir uns für die weitere Route entschieden, nicht ins Landesinnere zum Yellowstone Nationalpark zu fahren, sondern der 101 entlang der Oregonküste zu folgen. Die Straße windet sich beinahe die gesamte Zeit entlang der Klippen, sodass man wirklich wunderbare Aussichten hat. Abends an einem Stellplatz konnten wir sogar einige Wale beobachten, die zur Nahrungssuche ganz nah an die Küste gekommen waren. 

Julis Oregon-Highlight war ein Lavendel U-Pick. Eine Familie hatte in ihrem riesigen Garten soweit das Auge reicht Lavendel angepflanzt , den man sich für sehr wenig Geld dann selbst pflücken konnte. 

Ps: Wir haben jetzt ein selbstgemachtes Lavendelsäckchen. 

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