Nordkalifornien & Nevada

Früher als gedacht sind wir in San Francisco gelandet, da wir tatsächlich nachts das erste mal von einem Stellplatz gestaubt wurden. In Kalifornien sehen die Polizisten das mit dem Freistehen nicht mehr so locker, sodass wir die nächste Tagesetappe noch in die Nacht gepackt haben, um zu einem besseren Stellplatz in Sausalito bei San Francisco zu fahren. 

Am nächsten Morgen sind wir über die Golden Gate Bridge geradelt, was sich tatsächlich romantischer anhört als es ist. Eigentlich ist es nur sehr laut und sehr voll. Umso verwunderlicher, dass sich augenscheinlich jeder einzelne Tourist in San Francisco entscheidet, dass die Radlüberquerung ein Must-Do ist. 

San Francisco selbst haben wir dann aber sehr genossen und uns unser Feierabendbier im hügeligen Auf und Ab der Stadt mit unseren Drahteseln wahrlich verdient. 

In Floris Geburtstag haben wir dann in Sausalito reingefeiert. Der Ort selbst ist sehr nett und anders als die Stadt auf der anderen Seite der Bucht nicht so häufig dem Dauergrau ausgesetzt. Tatsächlich verschwindet San Francisco zum Teil in dichtem Nebel, während in Sausalito die Sonne scheint. 

Zur Feier des Tages haben wir uns am nächsten Morgen nach Santa Cruz aufgemacht, um zu surfen, doch das Meer hatte andere Pläne. 

Ohne Wellen haben wir Santa Cruz dann eben von Land aus angesehen und das war auch sehr schön. Die Stadt hat ist an der Meerespromenade ein typischer kalifornischer Küstenort mit Freizeitpark, Bars und Volleyballfeldern. Abends haben wir etwas abseits der Promenade dann aber ein ziemlich europäisches Santa Cruz kennengelernt. Im Innenhof eines Museums standen kleine Tische, an denen wir leckere, echt italienische Pizza essen und dabei der Live-Musik lausche konnten. 

Hier haben wir auch erfahren, dass wir in der Half-Dome-Lotterie Glück hatten. Um den Half Dome besteigen zu dürfen benötigt man eine Permit, die bereits Monate im Voraus vergeben wird. Ein Restkontingent von 50 Permits wird jedoch zwei Tage vor dem Besteigungstag verlost und wir waren unter den Glücklichen. Zur Wanderung sind wir dann schon um 6:15 Uhr aufgebrochen, da sie zwar bis zum Half Dome selbst überhaupt nicht steil, aber sehr weit ist. Der Half Dome selbst ist ein riesiger, sehr steiler und vor allem glatter Felsbuckel, der genau aus diesem Grund mit Seilen und Holzplanken versichert ist. Die Wanderung an den cables ist grundsätzlich nicht gefährlich, nur die Touristen sind das einzige Sicherheitsrisiko. Trotz des Permitsystems ist an den Seilen sehr viel los (vor dessen Einführung angeblich bis zu 900 Leute pro Tag!) und da kommt einem schon mal ein Bilderbuchtourist in Sandalen entgegen gerutscht. Wer nicht von eben solchem abgeräumt wurde, der wird oben dann aber mit einer grandiosen Aussicht aufs Yosemite Valley belohnt. 

Der nächste größere Stopp galt danach dem Death Valley, das wohl von jemandem benannt wurde, der Mitte August dorthin gereist ist. Wegen der enormen Hitze verbieten sogar die meisten Wohnmobilvermieter während der Sommermonate Reisen ins Tal. Wir wollten es aber sehen und sind deshalb extra früh los, um noch vor der Mittagshitze wieder raus sein zu können. Die Landschaft war einzigartig und beeindruckend, auch wenn die Hitze einen wirklich erschlägt. Es fühlt sich eigentlich durchgehend so an, als hätte man die Backofentür geöffnet, nur dass man den Hitzeschwall nicht mit einem Küchenhandtuch wegwedeln konnte. 

Der beste Weg, im naheliegenden Nevada der Todeshitze zu entgehen: Vegas, Baby! Nicht, dass es in Las Vegas nicht auch super heiß wäre, aber im lazy river des Megaresorts lässt sie sich besser ertragen 🙂 Unter der Woche sind die Hotels in Vegas sehr günstig und die Gelegenheit wollten wir uns nicht entgehen lassen. Nach knapp 3 Monaten haben wir unseren Hunting Joe für eine Nacht gegen ein normales Bett im 23. Stock des Mandalay Bay eingetauscht. Die Stadt jagt eine Superlative nach der nächsten, so hatte alleine unser Hotel 24 Restaurants, ein Hai-Aquarium und eine riesige Poollandschaft mit Wellenbecken und angelegtem Flusslauf. Und wir haben es so genossen! Intellektuelle Stimulation findet man in Vegas sicher nicht, aber wenn man es als das annimmt, was es ist, ist es wirklich grandios, sich hier zu amüsieren. 

Ps: Nein, wir haben nicht in Vegas geheiratet. 

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